Archiv für August 2010

Erpressung

Montag, 30. August 2010

Ein Staat darf sich nicht erpressen lassen. Von niemandem. Mit dieser Linie hat unsere Demokratie schon vieles überstanden. Ob es der linke Terror in den Siebzigern, Entführungen oder Rechtsextremismus waren: Der Staat hat seine rechtsstaatlichen Prinzipien eingehalten und sich niemals erpressen lassen.

In der Energiepolitik wird dies aber nun gerade versucht. Die Politk erscheint nun plötzlich als käuflich, wenn Verhandlungen zwischen der Koalition und der Atomwirtschaft um freiwillige Investitionen für Laufzeitverlängerungen von alten Atom-Meilern an der Tagesordnung sind.

Hier wird die Sicherheit der Bevölkerung verkauft, indem die Kanzlerin marode und alte Atomkraftwerke länger laufen und sich dafür Geld geben lässt.

Eines sollte noch erwähnt werden: Ein abgeschriebenes Atomkraftwerk erwirtschaftet 300.000.000 (dreihundert Millionen) Euro Gewinn pro Jahr obendrauf. Eine Laufzeitverlängerung um 10 Jahre bringt damit 3.000.000.000 (drei Milliarden) Euro. Gewinn. Pro Atomkraftwerk. In Deutschland sind noch 17 Atomkraftwerke am Netz. Macht in 10 Jahren summa summarum 51.000.000.000 (51 Milliarden) Euro. Gewinn. Obendrauf.

Und jetzt kommt die neue Brennelementesteuer: Da will der Bund 2,3 Milliarden Euro abkassieren. Jedes Jahr. So wird der Bürger damit beruhigt, wenigstens die Haushalte würden auf diese Weise saniert. Wir rechnen nach: 10 Jahre á 2,3 Milliarden sind 23 Milliarden. Gegengerechnet mit den 51 Milliarden von oben… Macht 28.000.000.000 Euro Gewinn, den die Energieversorger behalten dürfen.

Wir sagen: Schluss jetzt!

Ciao Erich!

Donnerstag, 26. August 2010

Mein Tauchkollege Erich hat sich eben bei mir verabschiedet. Er wechselt zum 1. September zur Landeshauptstadt Stuttgart. Auch er hat beschlossen, sein Leben nochmal komplett umzukrempeln und die Region zu verlassen.

Na, da wollen wir mal hoffen, dass er nicht gleich in die Auseinandersetzungen um den neuen Stuttgarter Bahnhof hineingezogen wird.

Alles Gute, Erich, ciao!

Pro Netzneutralität

Montag, 23. August 2010

Logo Netzneutralität

Langsam wird’s bedenklich: Da stoßen einige Netzbetreiber eine Diskussion an, dass Nutzer, die für ihre Daten zahlen, zukünftig schneller durchs Internet können als andere. D.h. im Klartext: Suchmaschine “abc” zahlt z.B. für die Durchleitung an die Netzbetreiber, der Anwender bekommt seine Suchergebnisse sofort. Der Suchmaschinenbetreiber “xyz”, der unabhängige Dienste anbietet und deswegen niemandem Gebühren bezahlt, muss warten. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Nutzer warten? Eben. Deswegen wird’s langsam echt bedenklich.

Dabei verdienen die Netzbetreiber nun ja auch. Wer würde sich denn schnelle Internet-Anschlüsse legen lassen, wenn es keine Inhalte gäbe? Mir würde es schon reichen, wenn sich ein Netzbetreiber fände, der Ahornberg ans schnelle Internet anschließt. Stattdessen wird diese Diskussion angestoßen.

Ich erinnere mich, als das Internet, so wie wir es kennen, noch nicht existierte. Da war das Netz ohne http und html ein Netz für echte Nutzer, nicht nur für die Wirtschaft, die damit Geld verdienen wollte. Das kam alles erst später. Ein Studienkollege von mir ging damals für ein Semester nach England, er war zu erreichen unter einer Adresse so ähnlich wie “user673@235.13.78.209″. Wie komfortabel doch alles geworden ist. Aber vergessen wir nie, dass das Netz einen ganz anderen Hintergrund hatte: Amerikanische Militärs suchten ein Netz, dass nach einem Bombenangriff weiterhin verfügbar war, da sich seine Daten einen eigenen, neuen Weg, suchen. Sie erfanden das ARPANet, den Vorläufer des heutigen Internets.

Wer auch gerne möchte, dass das Netz neutral bleibt, sollte sich eintragen: http://pro-netzneutralitaet.de/

Milliardäre

Freitag, 6. August 2010

Es ist wie immer: Die Medien jubeln, weil sich einige Milliardäre darauf geeinigt haben, einen Großteil ihres Vermögens zu spenden. Gegen das Spenden kann man nichts haben, im Gegenteil. Aber die Berichterstattung ist es, die mich stört.

Wenn jemand ganz treu und brav seine Steuern bezahlt, und zwar in dem Land, in dem er lebt und arbeitet, wird er von den Medien nicht erwähnt. Aber gerade das sind die Menschen, die Bewunderung verdienen. Sie stellen dem Staat, den Kommunen, den Menschen das Geld zur Verfügung, das diese brauchen, um Daseinsvorsorge zu betreiben. Ganz profane Dinge, wie Trinkwasserversorgung oder Abwasserbeseitigung gehören dazu. Oder das Ausbessern von Schlaglöchern. Das ist natürlich keine Schlagzeile wert, das ist nicht spektakulär.

Was mich überrascht, dass niemand erwähnt, wie die Verwendung der Milliarden geschieht. Es bestimmen einige wenige, ich glaube, von 40 gelesen zu haben, was auf diesem Planeten geschieht. Vierzig Menschen bestimmen über das Schicksal von Gesundheitssystemen, über Reich und Arm. Vierzig. Das ist eine Schlagzeile.